
Die Aktion Mensch förderte das DRK Projekt " Erblindung bei Demenz" mit dem Untertitel: "Wie ändert sich das tägliche Leben für die Betroffenen und für ihre Angehörigen" .
Projektinhalte:
Die Dementenbetreuung des DRK Kreisverband Ammerland hat aus aktuellem Anlass dieses Projekt geplant, da einige der Tagesgäste zunehmend an Sehschwächen litten. Diese, für die Betreuer neue Situation, sollte im Rahmen eines Projekts aufgearbeitet werden.
Um die Umsetzung zu finanzieren, stellte die Sozialberaterin des DRK Kreisverband Ammerland Karin Plois einen Antrag auf Förderung bei der Aktion Mensch, die über die Initiative "dieGesellschafter.de" eine Durchführung des Projektes erst ermöglichte.
Nach der Förderzusage begannen die Teilnehmer mit einer Informationsveranstaltung durch den BVN (Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. Regionalverein Landesteil Oldenburg).
Durch die erste Vorsitzende Frau Hirschberger und den Sozialpädagogen Herrn Becker erhielten sie Einblick in den Aufgabenbereich des Vereins. Frau Hirschberger schilderte , wie unterschiedlich die betroffenen Menschen mit einer langsamen Erblindung umgehen. Sie selber ist mit 50 Jahren durch eine Augenerkrankung erblindet.
Entsprechende Brillen ermöglichten den Seminarteilnehmern einen „Einblick“ auf das, was die Menschen erwartet, die langsam erblinden.
Nützliche Tipps für den Umgang mit Sehbehinderten rundete die Veranstaltung ab.
In regelmäßigen Treffen der Betreuer wurden die neuen Erfahrungen ausgetauscht und das weitere Vorgehen besprochen. Fragen der Angehörigen können nunmehr kompetenter beantwortet werden.
Anfang Januar 2011 fuhren die Betreuer vom 06.01 – 08.01. nach Hamburg. Dort besuchten sie den DRK KV Eimsbüttel. Der dortige Kreisgeschäftsführer Herr Steffen und eine Mitarbeiterin gaben Einblick in Ihre Arbeit mit Demenzkranken. In der Einrichtung gibt es zwei Gruppen für jeweils 3,5 Stunden Betreuung. Herr Steffen zeigte großes Interesse an unserer Tagesbetreuung, die über 7 Stunden geht.
Man konnte feststellen,dass die Betreuung in der Stadt nicht viel anders verläuft als in ländlicherer Umgebung. Auch hier nehmen die Angehörigen erst spät die angebotene Hilfe in Anspruch.
Abgerundet wurde die Fahrt mit dem Besuch der Daueraustellung „Dialog im Dunkeln“.
In Gruppen werden die Besucher 90 Minuten in völliger Dunkelheit durch Räume geführt, in denen Alltagssituationen nachgestellt werden. Alle sechzehn Betreuer spürten die anfängliche Hilflosigkeit, die sich erst nach und nach legte.
Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen gab es nur ein Thema:
"Die Hilflosigkeit eines Menschen in plötzlicher Dunkelheit".
Weiter stellten die Teilnehmer fest, dass alle nur mit absoluter Konzentration und gegenseitiger Unterstützung diese Situation meistern konnten.
Dieses Erlebnis hinterließ einen sehr großen Eindruck bei uns!
Wir sind nach diesem Projekt in der Lage, besser mit Situationen, die mit Einschränkungen des Sehvermögens zusammenhängen, umzugehen.
Durch den entstandenen Kontakt zum BVN sind wir in der Lage, kompetente Hilfe bei Fragen von uns oder den Angehörigen unserer Tagesgäste zu erhalten.
Die Teilnehmer vor dem Hotel in Hamburg


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